Der unteridische Thronsaal

Ein weiterer Splitter des zerbrochenen Spiegels lag heute vor mir und wiedereinmal wurde mir schmerzlich bewusst, dass vieles oft nicht so ist, wie es zu seien scheint.

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Der goldene Zwergenthron in dem unteridischen Stollen überragte bei weitem alles in der gewaltigen, in jahrzehntelanger, beharrlicher Meisterarbeit geschaffenen Audienzhalle, doch der Glanz früherer Jahre war selbst mit elfischem Auge kaum noch erkennbar.

Kahl und kalt waren Boden und Wände und obwohl mehr und prächtigere Statuen als jemals zuvor den Raum zieren sollten, durchfuhr die meisten Betrachter ledeglich ein erdrückendes Gefühl von Vergänglichkeit und Trauer.

Vieles hatte sich verändert und mehr denn je wurde jetzt deutlich, dass die meisten der Schlachten zwar noch nicht entschieden, die schändlichen Lindwürmer aber doch meist siegreich sein würden.

Ihrem eisiger Atem und ihre, schon von weitem fühlbaren, giftige Aura, erfüllt von Neid und Gier, konnten selbst die tapfersten Krieger, geboren aus Stein und Licht nicht auf ewig widerstehen.

Und so kam es, dass die Ansprachen des jungen Zwergenprinzen immer mehr den hohlen Phrasen der Verräter aus dem Westens glichen und der Klang seiner Stimme mehr erhoben, als erhaben durch den leeren Saal schallte.

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In gedenken an eine einst schöne Zeit ...

Auch wenn der Abschied schwer fällt ist es so wohl besser, leb wohl ...

2.2.09 14:31

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